Unsere Serie „Alles neo!“ bietet einen Blick hinter die Kulissen: Wir zeigen, wie wir mit BIMQ arbeiten und BIMQ neo weiterentwickeln. Mit exklusiven Insights aus dem Team – jeden Monat hier und auf LinkedIn.
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BIMQ ist vor über zehn Jahren nicht am Reißbrett entstanden. Sondern aus einem ganz konkreten eigenen Bedarf.
Wer intensiv mit BIM arbeitet, kennt den Wert klar definierter AIA und LOIN für die Zusammenarbeit im Projekt ebenso wie für unternehmensinterne Standards.
Wie viele unserer Kunden haben auch wir zunächst mit Standardwerkzeugen wie Excel gearbeitet und sind dabei schnell an Grenzen gestoßen.
BIMQ war unsere Antwort darauf und zugleich der Beginn eines kontinuierlichen Lernprozesses – gemeinsam mit unseren Anwendern.
Heute sind die Anforderungen komplexer, die Erwartungen höher. Auch unsere eigenen. Deshalb haben wir uns entschieden, unsere Erfahrungen in eine grundlegende Neuentwicklung zu investieren: BIMQ neo.

Der Fokus lag auf der Dokumentation, vor allem in Form von Berichten, und es waren nur wenige Objekte und Eigenschaften für die verschiedenen Projektphasen zu erfassen. Heute steht die Automatisierung der BIM-Prozesse im Vordergrund:
Die Datenmengen sind dabei kontinuierlich gewachsen und das Denken in BIM-Anwendungsfällen ist inzwischen fest etabliert. Wichtige Standards bilden heute die Basis für die Automatisierung der BIM-Prozesse: neben IFC spielen insbesondere IDS sowie LOIN als konzeptioneller Rahmen eine zentrale, allgemein akzeptierte Rolle.
Auch die Arbeit mit BIMQ hat sich gewandelt. Statt neue Strukturen von Grund auf zu erfassen, stehen heute die Konfiguration, Anpassung und Wiederverwendung bestehender Inhalte im Vordergrund. Kaum ein Projekt beginnt bei null – vielmehr bauen aktuelle Vorhaben auf den Erfahrungen früherer Projekte auf. Die Konsolidierung von Kataloginhalten gewinnt damit zunehmend an Bedeutung.
Parallel dazu steigt das Interesse an komplexeren Prüfmöglichkeiten: weg von der reinen Prüfung einzelner Eigenschaften, hin zur Betrachtung von kontextabhängigen Planungsinhalten.
Genau an diesem Punkt setzt die Weiterentwicklung von BIMQ an. Aber was bedeutet das konkret für moderne BIM-Software?

Mit steigender Digitalisierung im Bauwesen wächst vor allem eines: die Menge an Anforderungen und Informationen in Projekten.
Das Problem ist bekannt:
Mehr Daten bedeuten nicht automatisch mehr Klarheit. Im Gegenteil – Anwender verlieren schnell den Überblick, welche Inhalte relevant sind und wie sie zusammenhängen.
Das Ergebnis:
Komplexität in der Verwaltung statt Effizienz in der Anwendung.
Ein Lösungsansatz liegt nicht in noch mehr Struktur, sondern in einer besseren Zugänglichkeit von Informationen: gezieltes Filtern und intelligente Verknüpfung.
Und genau hier setzt Tagging an.
Mit BIMQneo wird Tagging zu einem zentralen Steuerungsmechanismus für Informationen:
So entsteht ein System, das nicht mehr über Struktur „verwaltet“, sondern über Kontext „führt“.
Das Ziel: weniger Suche,mehr Relevanz trotz wachsender Datenmengen.
Mit BIMQneo wird Tagging damit zu einem zentralen Baustein für skalierbares Informationsmanagement im BIM Prozess.

„One size does not fit all“. Diese Erkenntnis holt uns im BIM-basierten Informationsmanagement immer wieder ein. Heutige generische Kataloge, etwa für den Hochbau, sind oft hochkomplex und starr. Das Kernproblem: Für alltägliche Projekte fordern sie oft pauschal zu viele Informationen, während sie für Spezialprojekte schlichtweg zu wenig Tiefe bieten.
Dies steht im direkten Widerspruch zur ISO 19650, denn die Definition der Informationsbedarfstiefe (LOIN) verfolgt schließlich das explizite Ziel, die Bereitstellung von zu vielen Informationen zu verhindern.
Mit BIMQ neo etablieren wir einen dynamischen, datenbankgestützten Ansatz: Selbst die komplexesten Anforderungen werden dabei in intuitiv handhabbare, vollständig modulare und wiederverwendbare Bausteine zerlegt.
Bibliotheken fungieren als Container für fachbezogene Eigenschaften und Taxonomien, die nach dem Baukastenprinzip separat gepflegt und wiederverwendet werden können.
Dieser Ansatz in BIMQ neo verhindert unübersichtliche Datenberge und stoppt Redundanzen durch konsequentes „Wiederverwenden statt Neuanlegen“. Die Qualitätssicherung – von der Erstellung des BAP bis hin zur Validierung korrekter IFC-Modelle – wird so zu einem effizienten, kontinuierlichen und vor allem beherrschbaren Prozess.

Als Geodät schlägt mein Herz für präzise Daten und Koordinaten – und natürlich für BIM. Als Quereinsteiger in der Programmierung habe ich schnell eine wichtige Lektion gelernt: Code zu schreiben, der im Hintergrund saubere Logik ausführt, ist das eine. Aber eine Benutzeroberfläche zu bauen, die es für die Nutzenden wirklich intuitiv macht, ist eine ganz andere Herausforderung.
Genau deshalb bin ich wahnsinnig froh, dass wir für die Neuentwicklung von BIMQ neo mit makandra und insbesondere Simon Kastenhuber für die UI/UX-Beratung echte Profis an unsere Seite geholt haben.
Wer unsere Serie „Alles neo!” verfolgt, weiß: Informationsanforderungen werden immer komplexer, aber die Software muss einfacher werden. Um diese „Komplexität einfach zu lösen“, war die Kooperation mit makandra ein echter Gewinn. Die Zusammenarbeit in der UX/UI-Beratung war vom ersten Tag an:
Es ist genau so, wie wir es uns im Vorfeld erhofft haben: Wenn die Chemie zwischen Fachexperten und Design-Profis stimmt, wird aus gut einfach besser.

Anfang Juli haben wir uns zur AEC3-Klausur getroffen: BIM-Manager und Entwickler an einem Tisch, ein ganzer Workshop-Tag, eine große Frage im Raum: Wohin soll sich BIMQ neo entwickeln, damit unsere BIMQ-Familie langfristig noch besser wird?
Als Entwickler kennen wir unseren Blick auf Software ziemlich gut: Wir denken in Strukturen, in Datenmodellen, in „was passiert im Hintergrund“. Genau diese Brille wollten wir an diesem Tag ablegen.
Im Laufe des Workshops ging es genau um die Themen, die uns als BIMQ-Entwickler am Herzen liegen: Struktur, Wiederverwendbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Informationen. Letztere in einem doppelten Sinn: zeitlich – wer hat wann was geändert? – und inhaltlich – wie kommen wir überhaupt an die Informationen, die wir gerade brauchen?
Je weiter der Tag voranschritt, je mehr bunte Post-its an unseren Pinnwänden klebten, desto mehr sahen wir Dinge, die uns vorher schlicht nicht aufgefallen waren.
Wir hatten erwartet, dass es am Ende vor allem um Wiederverwendbarkeit und Nachvollziehbarkeit geht, und das hat sich auch bestätigt. Aber es kam etwas dazu: Nicht nur die Informationsanforderungen sollen sichtbar sein, sondern auch der Weg dorthin. Wer hat wann welche Information bewusst weggelassen, und warum? Genau das macht für uns den Unterschied zwischen bloßer Dokumentation und echtem Wissensmanagement.
Die Atmosphäre an diesem Tag war entspannt und trotzdem hochkonzentriert. Wir hatten das Gefühl, dass sich unsere BIM-Manager mit ihren Anliegen wirklich gehört gefühlt haben.
Dabei hat uns das „No-Device“-Prinzip (kein Handy und kein Laptop) geholfen, tief in ein Software-Thema einzutauchen und wichtige Entscheidungen zu treffen.
Für uns war dieses Format ziemlich ungewohnt: Normalerweise sitzen wir vor Diagrammen, Dokumentation und Code, nicht vor Flipcharts. Aber der Austausch mit unseren Kollegen hat es uns leicht gemacht, aus unserer gewohnten Perspektive herauszutreten.
Und wenn mal ein „Missgeschick“ passierte? Dann wurde gemeinsam gelacht – und vor allem gemeinsam gelernt.

In meinem Arbeitsalltag als BIM-Managerin geht es zu Beginn eines Projekts häufig darum, genau diese Grundlage zu schaffen: bestehende Standards, Kataloge und bewährte Inhalte für die Abstimmung der Informationsanforderungen zu nutzen, statt mit einer leeren Tabelle zu beginnen. Viele grundlegende Anforderungen, Strukturen und Zuordnungen können als Ausgangsbasis dienen. Gleichzeitig ist jedes Projekt anders: Ziele, Anwendungsfälle und Informationsbedarfe müssen gemeinsam mit den Projektbeteiligten auf den konkreten Bedarf abgestimmt werden.
BIMQ neo unterstützt genau diesen Prozess. Inhalte aus Bibliotheken und Profilen können gezielt ausgewählt, strukturiert und zu einem projektspezifischen Anforderungskatalog weiterentwickelt werden. Dabei werden Anforderungen nicht einfach übernommen, sondern ergänzt, reduziert und den relevanten Phasen und Anwendungsfällen zugeordnet. Für mich bedeutet das:
Der Mehrwert zeigt sich auch im weiteren Projektverlauf. Änderungen, Entscheidungen und Anpassungen bleiben nachvollziehbar, sodass Abstimmungsstände nicht in unterschiedlichen Tabellen oder Dateien verloren gehen. Gleichzeitig können die abgestimmten Inhalte direkt als Grundlage für Dokumentation, IDS-basierte Qualitätssicherung und Softwarekonfiguration genutzt werden. Nach Projektabschluss fließen Erfahrungen und Erkenntnisse wieder in die Kataloge zurück und verbessern so die Anforderungsbasis für zukünftige Projekte.
So wird aus jedem Projekt ein Baustein für das nächste.

Eines haben wir in unseren vielen BIM-Managementprojekten gelernt: zu Beginn wird oft zu viel gewollt und lange Attributtabellen werden hin und her geschoben. Wenn es dann aber zum Schwur kommt, also dazu, einen Anwendungsfall mit dem richtigen Informationsgehalt der Modelle umzusetzen, steckt der Teufel oft im Detail und entscheidende Abgaben fehlen beim nahtlosen Nachvollziehen und Plausibilisieren der Ergebnisse – ein gutes Beispiel dafür sind die modellbasierte Mengenermittlung oder die Ökobilanzierung.
Aus diesen Erfahrungen haben wir bei AEC3 unseren eigenen Standardkatalog für typische Hochbauprojekte entwickelt, den wir sowohl mit unseren Projektpartnern als auch mit unseren BIMQ-Kunden teilen. Wie ist dieser organisiert?
Selbstverständlich können daraus spezifisch für jeden Projektmeilenstein, bzw. Datadrop, die geeigneten IDS-Prüfregeln abgeleitet werden, die den Kontext, die Abwendungsfälle und die Leistungsphase berücksichtigen.
Lassen Sie sich überraschen, wie unsere BIMQ-Familie diese Herausforderungen für Sie meistert und den richtigen Fokus auf die Informationsanforderungen in Ihren Projekten setzt.

API? Worüber sprechen Entwickler da eigentlich immer?
Mit BIMQ neo haben wir unsere Software-Architektur vollständig überarbeitet und dabei auf eine klare Trennung zwischen Benutzeroberfläche (Frontend) und Datenhaltung (Backend) gesetzt.
Doch wie können beide reibungslos miteinander kommunizieren? Hier kommt die API ins Spiel. Stellt sie euch wie eine Servicekraft in einem Restaurant vor. Sie ist fleißig, zuverlässig und immer in Bewegung zwischen der Küche (Backend) und den Gästen (Frontend). Sie muss sicherstellen, dass die Wünsche des Gastes verstanden werden und die Küche die gewünschte Qualität liefert.
Neugierig geworden? Dann lesen Sie unsere kurzen Antworten auf fünf wichtige Fragen:
1. Kann ich über die API künftig Inhalte eintragen?
Ja, wir nutzen sowohl lesend als auch schreibend eine REST-basierte API mit JSON als Dateiformat. Den Schreibzugriff für externe Systeme denken wir von Anfang an mit.
2. Wie sieht die API-Dokumentation aus?
Wir verwenden die OpenAPI Specification v3 (früher auch als Swagger bekannt). Diese Dokumentation ist sowohl maschinenlesbar als auch über eine interaktive Oberfläche verwendbar, die direkt zum „Ausprobieren“ einlädt. Um nah am tatsächlichen Verhalten zu bleiben, generieren wir sie direkt aus unseren Tests.
3. Wie halten wir die Dokumentation aktuell?
Für uns ist es kein lästiger Mehraufwand, sondern ein Teil der automatisierten Tests: die Dokumentation wird direkt aus unseren automatisierten Tests abgeleitet und ist dadurch immer aktuell. Somit ist sie ein fester Teil unseres gesamten Entwicklungsprozesses.
4. Wie sichern wir die Qualität?
Gerade bei BIM und den dazugehörigen Prozessen ist eine absolut verlässliche Datenbasis von entscheidender Bedeutung. Wenn Schnittstellen hier patzen, geraten präzise BIM-Definitionen durcheinander und klare Informationsanforderungen gehen verloren. Deshalb überlassen wir nichts dem Zufall und setzen konsequent auf automatisierte Tests. Das erlaubt uns, bei jeder Code-Änderung gleich alles prüfen und bei Problemen frühzeitig reagieren zu können. Und wenn dennoch etwas schiefgeht, haben wir anschließend einfach einen Test mehr, der uns dabei hilft, die Qualität für die Zukunft noch besser zu sichern.
5. Ist die neue API bereits für externe Nutzer verfügbar?
Sobald Nutzer Zugriff auf BIMQ neo erhalten, können sie sofort von der neuen Struktur profitieren. Besuchen Sie uns auf der BIM World Munich, um BIMQ neo live zu erleben!